Der erste Weltkrieg begann für Deutschland am 28. Juli 1914. Mit deutscher Rückendeckung erfolgte die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien. Die allgemeine Mobilmachung befahl alle Militärpflichtigen bis zum 42. Lebensjahr in den Krieg. Mitten in der Erntezeit mussten die Männer alles stehen und liegen lassen und in ihre Regimente einrücken. Der Abschied von der Heimat wurde vom Wehklagen der Frauen und Kinder begleitet, konnte es doch ein Abschied für immer sein.
| Schuljahr 1915/16: Vom jetzigen Kriege. Was man schon seit einigen Tagen erwartet hatte, wurde am Abend des 1. August 1914 zur Wirklichkeit: Der Krieg wurde erklärt. An 3 Stellen unserer Güter würde abends gegen sieben Uhr folgende Bekanntmachung angeschlagen: „Mobilmachung befohlen. Der erste Mobilmachungstag ist der zweite August.“ Von diesem Kriege soll an anderer Stelle dieser Bücher im Zusammenhang berichtet werden; hier sei nur erwähnt daß unsere Schule insoferne nicht vom Kriege berührt wurde, als beide Lehrkräfte vorläufig auf ihrem Posten blieben. Otto Thiessen, Lehrer in Wentorf von 1905 bis 1915. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
| Winterhalbjahr 1915/16: Auf Vogelsdorf zogen am 21. April 1915 10 gefangene Russen als Arbeiter ein unter Bewachung eines deutschen Soldaten, der mit geladenem Gewehr ihre Arbeiten bewacht. “… Siegesfeiern in unserer Schule. Die bedeutenden siegreichen Ereignisse dieses Krieges sollen sich unsere Kinder dadurch einprägen, daß besondere Siegerfeiern mit nachfolgendem Schulschluß abgehalten werden. Solche Feiern haben wir bis jetzt 2 abgehalten: Am 18. Februar 1915 zur Verherrlichung der Masurenschlacht und am 25. Juni zur Verherrlichung der 3 großen siegreichen Schlachten in Galizien. Die Schlacht in Masuren war vom 7. - 16. Februar. Durch eine 9-tägige Schlacht in Eis und Schnee gelang es unsern tapferen Truppen Ostpreußen von den Russen zu befreien. Als Schlachtorte prägten wir uns ein: Gumbinnen, Lyck und Mlawa. Bei der Lemberg-Feier am 25. Juni stellten wir zunächst das Anschwellen der russischen Flut „der russischen Dampfwalze“ bis an den Karpathenwall fest. Am 2. September war die 1. Lemberger Schlacht beendet. Die Österreicher mußten die Stadt räumen. Am 8. September 1914 war die 2. Schlacht bei Lemberg. Die Osterreicher versuchten vergeblich, Lemberg wiederzugewinnen. In den Wintermonaten versuchten dann die Russen, die Karpathen zu durchbrechen, um die ungarische Ebene zu gewinnen. Bei der siegreichen Verteidigung des Uschok und Dukla-Passes leisteten schon die Deutschen ihren Brudergenossen Unterstützung. Wilhelm Tot aus Rönfeldholz hat hier mitgekämpft. Neben den Kämpfen bei Ypern haben wohl hier die Soldaten am meisten aushalten müssen. Sie mußten oft bis zur Brust im Schnee waten. Von Ende April 1915 an kam dann das siegreiche Vordringen der verbündeten Osterreicher und Deutschen. Am 2. und 5. Mai war der siegreiche durchbruch am Dunajec bei Tarnow und Gorlize. Am 3. Juni wurde die Festung Przemysl zurückgewonnen, die am 22. März durch Hunger bezwungen worden war. Am 22. Juni war dann die 3. Lemberger Schlacht, siegreich für die Deutschen und Österreicher. Die russische Dampfwalze rollte ins eigene Land zurück. Fast ganz Galizien war vom Feinde befreit. Die Waffenbruderschaft der Deutschen und Osterreicher hat sich vortrefflich bewährt. Der deutsche General Mackensen und der österreichische Erzherzog Friedrich erhielten den Rang eines preußischen Generalfeldmarschalls. Zum Schluß der Feier sangen wir unsern Soldaten das Kampflied: O Deutschland hoch in Ehren. Haltet aus, lasset hoch das Banner wehn! Otto Thiessen, Lehrer in Wentorf von 1905 bis 1915. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
| Winterhalbjahr 1916/17: Weihnachten wurden Pakete für unsere Kämpfer abgeschickt. Des ganze Dorf beteiligte sich sehr gut an den Gaben. Eine Sammlung für die gefangenen Deutschen in Rußland ergab 510,- M. Im Februar hielt Herr Kreisschulinspektor Rulffs aus Plön einen interessanten Vortrag über unsere wirtschaftliche Lage, über die Not in den Städten. Seine Worte waren nicht umsonst. Unsere Bauern ohne Ausnahme sind sich darin einig, daß sie helfen müssen und können. Das zeigte sich auch in dem hohen Ertrag der Hindenburgspende mit über 300 Rauchwaren. Er mahnte auch und rief auf, Stadtkinder aufzunehmen zur Erholung. Trotz sehr schlechter Platzverhältnisse erklärten sich die Bauern dazu bereit. Bis jetzt sind auf Vogelsdorf 2 Hamburger, die hier die Schule besuchen. Auch die Bewohner der Gutes Klamp wissen, daß der Sieg für uns eine Notwendigkeit ist. Unsere Aufgabe ist der Sieg. Alle greifen auch fest mit an, damit wir wirtschaftlich siegen. Jeder hat das bewiesen. Militärisch stehen wir glänzend da. Rumänien unser, Unterseeboote erfolgreich, die Offensive an der Somme aufgehalten. Zur 6. Kriegsanleihe zeichnete das Gut sehr gut, da alle Einwendungen gegen Kriegsanleihezeichnen in jedem Kopf besiegt waren. Auch die Schule zeichnete. Für die Kriegerweisen stiftete wir aus der Schulklasse 9,- M und erhielten dafür das Kaiser-Hindenburg-Bild. Christian Johannes Langmaack, Lehrer in Wentorf von 1915 bis 1917. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
| Schuljahr 1917/18: Eine Siegesfeier fand am 2. November statt, anläßlich des gewaltigen Vordringens unserer Truppen in Italien, wobei über 100.000 Gefangene und über 150 Geschütze unseren Leuten in die Hände fielen Infolge Kohlenmangels mußte die Schule bereits am 15. Dezember geschlossen werden. Otto Thiessen, Lehrer in Wentorf von 1905 bis 1915. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
| Schuljahr 1917/18: Wieder einmal stehen wir am Ende eines Kriegsschuljahres. Die Kriegswaage hat den Sieg in unsere Schale geworfen: mit Rußland haben wir Frieden geschlossen und die Friedensverhandlungen mit Rumänien stehen vor ihrem Abschluß. Die Hoffnung zum entgültigen Frieden erweckt die mit einzig dastehendem Erfolge geführte Frühjahrsoffensive im Westen seit dem 21. März. Darum Du deutsches Volk: Halte aus im Sturmgebraus! Wilhelm Westerhaus, Lehrer in Wentorf von 1917 bis 1919. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
| Schuljahr 1917/18: Unter der Schirmherrschaft unseres unvergleichlichen Ludendorff war im ganzen Reiche eine Sammlung zum Besten der Kriegsbeschädigten ins Werk gesetzt. Auch unser Gut Klamp durfte zu diesem nationalen Wohltätigkeitswerk einen Baustein beizutragen. Es gelang Herrn Hofpächter Martens auf Vogeldorf und mir, 270 M diesem edlen Zweck zuzuführen. Da die Futtermittel für die Pferde besonders knapp wurden, erging in der schweren Kriegszeit ein neuer aber sehr ernster Weckruf an die Schule. Die Kinder sollten unter der Aufsicht ihrer Lehrkräfte Laub sammeln, das getrocknet und späterhin gemahlen und zu Kuchen gepresst als Pferdefutter verwendet werden sollte. Ein Zentner frisches Laub wurde mit 4 M, ein Zentner trockenes Laub dagegen mit 10 M bewertet. Die Kinder unseres Schulbezirkes hatten in 13 Sammeltagen 9.628 Pfund Frischlaub gesammelt. Wilhelm Westerhaus, Lehrer in Wentorf von 1917 bis 1919. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
| Schuljahr 1918/19: Infolge der Umwälzung in den Novembertag erreichte der Krieg ein jähes, aber für unser liebes deutsches Vaterland und jeden Deutschen beschämende Ende. Wo blieb der Geist von 1914? Durch den Sturmeshauch revolutionärer Bewegungen war er wie fortgeblasen. Die Folge jener Bewegung war, daß bald unsere, das sei zu ihrer Ehre hier ausdrücklich niedergelegt, tapferen Krieger nach und nach zurück kamen. Ein bedrückendes und niederschmetterndes Gefühl wollte von uns Ollen nicht weichen. Eine bange Sorge richtete sich in die Zukunft. Was mag werden. Um der vom Felde der Ehre heimkehrenden Kriegern auch einen Willkommensgruß zu entbieten, haben die Kinder der hiesigen Schule eine Ehrenpforte gebaut. Luftig und unbekümmert flatterte die Fahne, mit einem Kranze aus frischem Grün geschmünkt, im Winde und bot den Streitern einen Willkomm. Manche Pforte war ebenfalls mit Tannengrün geschmückt. Wilhelm Westerhaus, Lehrer in Wentorf von 1917 bis 1919. Chronik I der Schule zu Wentorf. |
Der Waffenstillstand von Compiegne beendete am 11. November 1918 die Kampfhandlungen im Ersten Weltkrieg. Nach unsicheren Schätzungen verloren etwa 17 Millionen Menschen ihr Leben. Etwa 40 Staaten beteiligten sich am bis dahin umfassendsten Krieg der Geschichte, insgesamt standen annähernd 70 Millionen Menschen unter Waffen.
Nach der Machtübernahme Adolf Hitlers 1933 wurde das System der Weimarer Republik schrittweise verdrängt, um die NS Ideologie in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu verankern. Ganz Deutschland hört den Führer mit dem Volksempfänger, lautete die Parole der Nationalsozialisten. Sämtliche Rundfunkfirmen waren verpflichtet den Radioapparat baugleich zu produzieren. Durch diese Serienfertigung wurde der technisch einfache und schlicht gestaltete Volksempfänger für jeden Haushalt finanziell erschwinglich. Mit der Verstaatlichung und anschließender Gleichschaltung des Rundfunks, wurde der Volksempfänger das effektivste Medium um die Massen zu beeinflussen und trug die NS Propaganda bis in das kleinste Dorf. Schon bald wehte am Fahnenmast vor der Schule und an vielen Wohnhäusern in der Gemeinde die Hakenkreuzflagge. Ganz im Geist der neuen Zeit wurden in fast jeder deutschen Stadt und Gemeinde mindestens eine zentrale Straße oder ein Platz umbenannt. So hatte auch Lütjenburg eine Adolf-Hitler-Straße, die erst nach 1945 ihren Vorkriegsnamen zurück erhielt: Niederstraße.
| Sommerhalbjahr 1933: So schnell und gründlich auch der Nationalsozialismus im Staat die Macht im Jahre 1933 erkämpft hatte, hier in der Gemeinde, der roten Hochburg der Novemberlinge, war der Spuk noch nicht so ohne weiteres zu bannen. Mit zäher Energie versuchten die hiesigen kleinen Bonzen ihre Position zu halten und ihre Pöstchen zu sichern. Doch durch das Zusammenfassen der besseren Kräfte in der Anfang März hier gegründeten NSDAP unter Führung des 1. Lehrers, wurde auch die hiesige Gemeinde langsam aber sicher umgekrempelt. Während noch bei den Gemeindewahlen die alte Richtung 119 Stimmen, die Liste der NSDAP 117 Stimmen und eine 3. Liste (Nörgler) 12 Stimmen erhielt, zeigte derTag der nationalen Arbeit, der 1. Mai, dank der Rührigkeit und des bestimmten Tons der NSDAP Leitung schon ein Wackeln der eisernen Front. Und am Ehrentag der deutschen Bauern, dem 1. Okt., brachte die Geschlossenheit der Gemeinde und die Mitwirkung fast aller Einwohner vom Gutspächter herunter bis zum letzten Arbeitslosen und seiner Familie der Gemeinde den Ehrenpreis, eine Hitlerplakette. Schon am 10.4. wurden der alte Gemeindevorsteher und sein Stellvertreter (und etwas später die sozialdemokratisch angehauchten Gemeindevertreter) ihrer Ämter enthoben und der Führer der hiesigen NSDAP, der am 5.4. bei der Gründung der Ortsgruppe ernannte Ortsgruppenleiter, zum kommissarischen Gemeindervorstand (und weiteren Parteigenossen mit anderen Gemeindeämtern) komissarisch betraut. Hugo Wilhelm Saggau, Lehrer in Wentorf von 1919 bis 1933 . Chronik II der Schule zu Wentorf. |
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Novemberlinge ist ein abwertender politischer Kampfbegriff aus der Zeit der Weimarer Republik. Er wurde von konservativen, nationalistischen und rechtsextremen Kreisen genutzt, um die Politiker und Verantwortlichen der Novemberrevolution 1918/19 sowie der frühen Weimarer Republik zu diffamieren.Der Begriff zielt darauf ab, die Akteure, die im November 1918 die Monarchie stürzten und die Demokratie errichteten, als verantwortlich für die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg und das folgende Chaos darzustellen. |
Die Kinder sollten in der Schule zu überzeugten Nationalsozialisten gemacht werden. Wer als Lehrer keinen Ariernachweis erbringen konnte, Kommunist war oder keine Gewähr dafür bot, jederzeit rückhaltlos für den nationalen Staat einzutreten, wurde in den Ruhestand versetzt oder entlassen. Was übrig blieb sollte dem Nationalsozialistischen Lehrerbund (NSLB) beitreten und den Führereid ablegen. Alle anderen Lehrerorganisationen wurden verboten. Zahlreiche Lehrer traten in die Nationalsozialistischen Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein und erhofften sich vom Beitritt berufliche Vorteile oder befürchteten berufliche Nachteile oder teilten schlichtweg die NS-Ideologie.
In der Schule wurden Themen unterrichtet, die vom NS-Ministerium für Erziehung vorgegeben wurden. Besonders wichtig wurde der Sportunterricht. Religionsunterricht gab es immer weniger und am Ende gar nicht mehr. Im Biologie wurde die Rassenkunde gelehrt, genauso wie die so genannte Vererbungslehre. Im Fach Deutsch durften viele Schriftsteller nicht mehr gelesen werden. Dafür standen germanische Heldensagen auf dem Lehrplan. Fremdwörter wurden eingedeutscht. Deutsche Geschichte stand im Mittelpunkt und die Leistungen der Deutschen und der nordischen Rasse. In den Klassenzimmern hingen Bilder von Hitler und Fahnen mit Hakenkreuzen an den Wänden.
| Der völkische Staat hat in dieser Erkenntnis seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie nicht auf das Einimpfen bloßen Wissens einzustellen, sondern auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Adolf Hitler, Mein Kampf |

Bedingungsloser Gehorsam und Führerkult - Die Hitlerjugend (HJ) als Instrument zur ideologischen Erziehung und Kontrolle der Jugend. Die eigentliche Hitlerjugend bestand aus Jungen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Unter den deutschen Jugendlichen war es ein Muss dort einzutreten und das Braun zu tragen. Wer nicht eintrat galt als Außenseiter. Doch schon bald erließ Hitler Gesetze, die die Eltern dazu zwangen ihre Kinder in die Hitlerjugend zu schicken. Einige Formationen der Hitlerjugend waren der Bund deutscher Mädel (BDM), das deutsche Jungvolk (Pimpfe), der Jungmädelbund und das BDM-Werk Glaube und Schönheit. Das Ziel der NS-Führer war es, vor allem die Jungen für den Kriegsdienst auszubilden. Körperliche Ertüchtigung und Schießlehre waren an der Tagesordnung. Zum Ende des Krieges wurde die Hitlerjugend flächendeckend in den Volkssturm oder in eigene HJ-Kampfgruppen (z. B. zur Panzerabwehr) eingegliedert.
Ein gezielt gefördertes Instrument zur Überwachung der Jugend war die Denunziationen durch Klassenkameraden. Das traf jeden, der kein Mitglied der HJ war, Feindsender hörte oder Kritik, Witze, Zweifel oder regimekritische Äußerungen über Adolf Hitler, die NSDAP oder die Reichsregierung machte. Diese NS-Abweichler wurden verfolgt, bespitzelt, bedroht, ermordet oder in so genannte Jugendschutzlager interniert, eine Art KZ für Verweigerer.
| Winterhalbjahr 1933/1934: Der 12. November brachte dem Nationalsozialismus und seinem Führer, dem Volkskanzler Adolf Hitler, die Quittung des gesamten deutschen Volkes: 93% des 65 Millionenvolkes bekannten sich zur Politik der NSDAP und das Ausland horchte staunend und bewundernd auf die Einheit Deutschlands, wie sie die Geschichte Deutschlands und auch der ganzen Welt bislang noch nicht gesehen hatte. – In unserer Gemeinde gingen 99,5% der Wähler an die Urne und 94,5 % bekannten sich zur Politik Adolf Hitlers. Hugo Wilhelm Saggau, Lehrer in Wentorf von 1919 bis 1933 . Chronik II der Schule zu Wentorf. |
Der zweite Weltkrieg begann mit einer Lüge: Der Führer braucht einen Kriegsgrund , erklärte Reinhard Heydrich, Leiter des Reichssicherheitshauptamts, im August 1939. Der Plan war einfach: Die Deutschen würden eine Reihe von Grenzüberfällen inszenieren, die angeblich Polen verübt hätten. Am 31. August 1939 wurde von der SS unter SS-Sturmbannführer Alfred Naujocks ein polnischer Überfall auf die Rundfunkstation Gleiwitz und auf weitere Grenzpunkte in Richtung Polen vorgetäuscht. Das Kommandounternehmen Unternehmen Tannenberg lieferte Adolf Hitler propagandistische Vorwände für den Überfall auf Polen. Mit den Worten Seit 5 Uhr 45 wird jetzt zurückgeschossen! täuschte Hitler am 1. September 1939 vor dem Reichstag den Überfall auf Polen als Akt der Notwehr vor. Der Zerstörer Schleswig-Holstein, der sich offiziell ab dem 25. August zu einem Freundschaftsbesuch in der Danziger Bucht aufhielt, eröffnete vom Hafenkanal aus das Feuer auf die polnische Stellung auf der Westerplatte, die zur Freien Stadt Danzig gehörte. Der Auftakt zum Zweiten Weltkrieg…
| Schuljahr 1939: Von einschneidender Bedeutung für die Schule und fürs ganze Dorf wurde der Herbst 1939 durch den Ausbruch des Krieges. Schon lange hingen Schattenwolken am politischen Himmel. In Polen wurden unsere Volksdeutschen Brüder auf grausamste Weise mißhandelt. Polen glaubte, gestärkt durch engliche Versprechungen, es wagen zu können Deutschland seine freche Stirn bieten zu können. Der Führer rief sein Volk zu den Waffen und so wurden in der Nacht vom 25. zum 26. August 1939 viele Männer aus dem Dorf zu den Waffen gerufen. Unter ihnen auch ich.… Max Lorenzen, Lehrer in Wentorf von 1937 bis 1947. Chronik II der Schule zu Wentorf. |
| Schuljahr 1943: Mit dem 14. Oktober 1943 wird der Lehrer Fritz Bücker aus Preetz mit der Vertretung für den Kameraden Max Lorenzen beauftragt. Damit findet der auf die Dauer unmögliche Zustand, daß eine Frau jahrelang die Führung einer zweiklassigen Schule übernehmen muß, sein Ende. Es sei an dieser Stelle der unermüdlichen, treuen Arbeit von Frau Lorenzen - an der Heimatfront geleistet - gedacht, die nicht durch Orden und Ehrenzeichen, äußerlich sichtbar, belohnt wurde. Man wird dermal einst in kommenden Friedensjahren solche Arbeit zu werten wissen, die ausschlaggebend für ein glückliches Ende des Völkerringens an der Heimatfront gewesen ist. Aber noch tobt der Krieg! Mit seinem eisernen Rythmus zieht er seine Kreise bis in das stille Wentorf. Bei den Terrorangriffen der Briten und Amerikaner auf Kiel dröhnt das Brummen der Motoren der oft hier vorbeifliegenden Formationen bis in jedes einzelne Haus. Zwei Luftschutzbunker - an der Südseite des Spielplatzes ausgeworfen, - zeigen, wie ernst man von maßgeblicher Stelle aus die Lage beurteilt. Ein Bombensplitter durchschlägt am 14.10.42 bei nächtlichem Bombenwurf (Koppel beim Kuhteich, Scheel) das Schulfenster der 2. Klasse und schlägt ein Loch in die Wandtafel rechts vom Ofen. Oft werden die Klassen vorsorglich geräumt, wenn "Voralarm“ gegeben wird, oder das "Bellen“ der Flack verrät, daß wieder Gefahr im Verzuge ist. Nächtliche Angriffe feindlicher Bomber bewirken des öfteren eine Hinausschiebung des Unterrichtsbeginns um eine, bzw. zwei Stunden.… Fritz Bückner, Lehrer in Wentorf von 1943 bis 1945. Chronik II der Schule zu Wentorf. |
| Schuljahr 1945: Anfang Mai 1945 mußten die Lehrkräfte den Unterricht einstellen. Die Tieffliegergefahr war schließlich überall auf dem Lande so drückend geworden, daß es unverantwortlich war, die Kinder auf die Straße und zur Schule zu schicken. Hinzu kam noch ein weiterer Umstand, weshalb die Schule geschlossen werden mußte: Es kamen Scharen von Flüchtlingen aus den Ostgebieten, die in der Schule untergebracht werden mußten. Beide Klassenräume, das Lehrmittelzimmer sowie der Gemeinschaftsraum wurden belegt. Außerdem auch die Stube des 2. Lehrers, beide Zimmer auf dem Boden und 2 Zimmer der Wohnung des 1. Lehrers. Es wohnten damals über 70 Personen im Schulhaus. In diesem Wirrwarr und dieser Not kam endlich das langersehnte Ende des Krieges. Nach der Kapitulation Deutschlands wurde diese Gegend Sperrgebiet. Viele tausend Soldaten wurden hier festgehalten und warteten hier auf ihre Entlassung in die Heimat. Wentorf, Vogelsdorf, Rönfeldholz und Klamp mußten zusammen etwa 4.000 Soldaten beherbergen. Sämtliche Ställe und Scheunen der Bauern waren stark belegt. Überall sah man Zelte. An allen geschützten Stellen kochten die „Landser“ noch zusätzlich Kartoffeln und Grütze. Es war ein reges und buntes Treiben. Die sonst so ruhigen Dörfer wurden lebendig. Die Soldaten sorgten für Unterhaltung in bunter Folge. Es wurde viel getanzt und oft Varietés veranstaltet. Die Dorfbewohner nahmen an allem sehr regen Anteil. Später kamen nur Österreicher hierher und diese wurden durch Polen abgelöst. Leider wurde von den "Landsern" viel gestohlen, vor allem Kartoffeln auf dem Felde und in den Mieten. Hühner, Enten, Gänse gingen natürlich auch mit, ja sogar Hunde waren vor den Langfingern nicht sicher. Frieda Lorenzen, Schulleiterin und Lehrerin in Wentorf von September 1939 bis Mai 1945. Chronik II der Schule zu Wentorf. |
Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endeten die Kampfhandlungen in Europa am 8. Mai 1945. Während des Zweiten Weltkrieges wurden Schätzungen zufolge über 65 Millionen Menschen getötet. Es kamen mehr Zivilisten um als Soldaten bei Kampfhandlungen. Etwa 5,6 bis 6,3 Millionen jüdische Menschen wurden von dem nationalsozialistischen Regime ermordet, was etwa zwei Dritteln der jüdischen Bevölkerung Europas zur Zeit des Zweiten Weltkriegs entsprach.
So betitelte Werner Schwabroh seine Fotografie von Schülern der Schule Wentorf. Werner Schwabroh war Lehrer in Wentorf von 1934 bis 1939

So schrieb es Frieda Lorenzen 1947 in ihrer Geschichte der Gemeinde Klamp. Frieda Lorenzen war Schulleiterin und Lehrerin in der Schule Wentorf von September 1939 bis Mai 1945.
Fotos © Gemeindearchiv Klamp
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Rönfeldholz |
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Geboren 15.03.1914, gestorben 25.08.1941 |
Geboren 12.11.1921, gestorben 02.11.1941 |
Geboren 13.01.1915, gestorben 15.10.1943 |
Geboren 02.05.1917, gestorben 02.10.1946 |
Geboren 21.01.1920, gestorben in Russland |
Geboren 08.09.1914, gestorben 30.05.1942 |
Geboren 18.08.1924, gestorben 28.04.1943 |
Geboren 10.12.1920, gestorben 01.01.1944 |
Geboren 21.10.1924, gestorben 22.09.1947 |
Geboren 21.02.1918, gestorben 15.07.1942 |
Geboren 21.10.1917, gestorben 21.01.1944 |
Geboren 17.08.1915, gestorben 29.12.1941 |
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Wentorf |
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Geboren 02.10.1911, gestorben 24.05.1942 |
Geboren 05.04.1923, gestorben 21.08.1942 |
Geboren 01.08.1918, gestorben 09.12.1942 |
Geboren 21.02.1905, gestorben 23.02.1942 |
Geboren 18.02.1906, gestorben 20.02.1945 |
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Vogelsdorf |
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Geboren 11.07.1917, gestorben 04.09.1941 |
Geboren 21.01.1918, gestorben 15.04.1943 |
Geboren 05.07.1914, gestorben 01.09.1941 |
Geboren 14.05.1910, gestorben 11.06.1940 |
Geboren 17.03.1897, gestorben 26.07.1944 |
Geboren 07.05.1912, gestorben 21.09.1941 |
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Klamp |
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Geboren 14.07.1908, gestorben 07.07.1945 |
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Liste ohne Fotos |
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Name |
geboren |
gestorben |
|---|---|---|
| Heinrich Bohnhoff | 15.03.1915 | 15.04.1943 |
| Adolf Boll | 21.01.1920 | 28.01.1943 |
| Wilhelm Dohrmann | 11.05.1901 | 22.03.1945 |
| Otto Dohrmann | 26.12.1902 | 13.06.1943 |
| Gustav Dohrmann | Juli 1944 | |
| Karl Ehrk | 03.08.1906 | 29.100.1944 |
| Gustav Frahm | 15.04.1903 | 07.06.1945 |
| Otto Ehlers | 27.09.1921 | 07.01.1945 |
| Walter Jipp | 1945 | |
| Willi Lorenzen | 10.12.1904 | 21.08.1944 |
| Adolf Peterson | 14.02.1913 | 08.04.1942 |
| Gustav Rosenthal | 05.03.1915 | 27.02.1944 |
| Wilhelm Schuldt | 16.11.1919 | 15.08.1941 |
| Arthur Schuldt | 25.07.1921 | 16.09.1944 |
| Wilhelm Petersen | vermisst | |
| Bruno Jipp | vermisst | |
| Wilhelm Hempel | vermisst | |
| Friedrich Riechers | vermisst | |
| Ernst Hamann | vermisst | |
| Fritz Makoben | vermisst | |
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© Gemeindearchiv Klamp
| Schuljahr 1935: Im Zeichen der Freiheit baut die Gemeinde Klamp für die Kämpfer und Toten des großen Krieges im Sommer 1935 ein Ehrenmal. Groß ist der Opfersinn der Bevölkerung. Sämliche Hand- und Spanndienste werden von den Gemeindeangehörigen unentgeltlich geleistet und trotzdem müssen noch ca. 1.500 RM aufgebracht werden zur Deckung der Facharbeiterlöhne und Materialkosten. Am 20. April - am Geburtstag des Führers - werden der Gemeinde die ersten Pläne unterbreitet und genau ein halbes Jahr später - am 20. Oktober - findet die feierliche Weihe des würdigen Ehrenmals statt. Ein Ehrendoppelposten der neuen Wehrmacht ist aufgezogen, die braunen Kämpfer des dritten Reichs sind zahlreich angetreten. Dies Mal wird kommenden Geschlechtern ein Zeugnis sein von deutschem Heldengeist. An dieser Stelle mag auch des Mannes gedacht werden, durch dessen vorbildlichen Opfergeist und sachkundige Initiative der Bau des Ehrenmals emöglicht wurde, des Bürgermeisters Parteigenosse Dralle auf Klamp. Das Grundstück zum Bau des Ehrenmals stellte der Bauer Riechers zur Verfügung. Wilhelm Jüppner, Schulleiter in Wentorf von 1934 bis 1937. Chronik II der Schule Wentorf. |
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© 2026 Gemeindearchiv Klamp |
„Ole School“ Schoolredder 6 |